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    Werden wir ohne Temelin mit Kerzen leuchten?

    Werden wir ohne Temelin mit Kerzen leuchten?

    Im Zusammenhang mit der Ankündigung des Regulationsgrades Nr. 1 im elektroenergetischen System der Tschechischen Republik von  der Firma CEPS am 12. Juni, sind wieder Meinungen erschienen, daß bei uns ein Strommangel besteht. Somit taucht wieder eine der schon vergessenen “Temeliner Lügen” auf, mit denen CEZ und Politiker in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Fertigstellung des Kraftwerkes verteidigten. Der Grund der Ankündigung der jetzigen Regulation sollte der Ausfall des 1. Blockes des AKW Temelin und die gleichzeitig geplanten und nicht geplanten Abstellungen weiterer Kraftwerke, insgesamt 2.500 MW der installierten Leistung (ohne Temelin), sein.

    Wie die Fakten belegen, die von den Angaben des Energetischen Regulationsamtes ausgehen, droht in Wirklichkeit kein Problem mit Strommangel. In der Tschechischen Republik waren zum 30. April 2002 Kraftwerke mit einer installierten Gesamtleistung von 15,308,9 MW (ohne Temelin) im Betrieb. Das höchste Verbrauchsmaximum, gemessen am 12. Juni 2002, betrug 7.495 MW, das höchste Verbrauchsmaximum im vorigen Jahr erreicht im Dezember 2001 10.604 MW. Auch nach der Abziehung von 2.500 MW der kurzfristig abgestellten Kraftwerke und weiters ca. 15% der Leistung, die für den eigenen Verbrauch der Kraftwerke, für Verluste im Netz u. a.notwendig sind, bleibt uns genug Leistung (ca. 11.000 MW) für die Deckung des Strombedarfes im Land.

    Trotz der Behauptung über den Strommangel und trotz der Ankündigung der Regulationsgrade für die Abnehmer in Tschechien, setzen massive Exporte von der Seite der Firma CEZ fort. Während der ersten vier Monate in diesem Jahr exportierte CEZ schon 4,5 Twh des Stromes für einen durchschnittlichen Preis von 0,58 Krone/kWh. Im vorigen Jahr waren es 12,4 Twh für einen durchschnittlichen Preis von 0,60 Krone/kWh.

    Es ist notwendig zu wissen, daß der 100% - Besitzer von CEPS AG der dominante Stromerzeuger CEZ AG ist. Die Schritte von CEPS können also im Interesse des Eigentumers geführt werden, der sich bemüht, die Konkurrenz zu eliminieren und den Zugang des billigeren Stromes auf den tschechischen Markt zu verhindern. Eine möglichst schnelle Trennung der Herstellung von den höheren Übertragungsnetzen und ihre Übergabe an einen unabhängigen Operator ist im Interesse der kleinen Stromverbraucher.

    Probebetrieb des 1. Blockes – technische Probleme und Informationschaos

    Am zweiten Tag nach der Einleitung des Probebetriebes im ersten Block des Atomkraftwerkes Temelin kam es zur automatischen Abstellung des Turbogenerators. Ing. Vladimir Vlk, Konsultant in der Energetik, kommentiert es folgend: “Auch im Probebetrieb können kleine technische Probleme auftauchen. Es sollte jedoch nicht zu einem Fall kommen, wenn die Störung so kompliziert ist, daß es notwendig ist, sie herauszusuchen und in einem längeren Zeithorizont zu beseitigen. Die Störung solch eines Types (nicht richtige Funktion des Schutzes, z.B. bei der Signalisierung der Wasserstoffentweichung – siehe Störung vom 12.6.2002) sollten schon im Zeitraum der Tests festgestellt und beseitigt werden. Falls es zu einem physischen Wasserstoffverlust kommen würde, mit dem der Generator abgekühlt wird, muß der Turbogenerator sofort abgestellt werden. Im Falle eines weiteren Betriebes des Turbogenerators könnte es zur Wasserstoffentweichung und zu einer eventuellen Explosion kommen”.

    Über die ganze Störung wurden von der Seite der Firma CEZ umstrittene Informationen veröffentlicht, über die wirkliche Situation im Kraftwerk im Zeitpunkt der Störung kann man sich nur schwierig eine Vorstellung machen. Das Staatsamt für Kernsicherheit akzeptierte die Lösung der Situation als ein “annehmbares Provisorium”. Ing. Dana Drabova, die Vorsitzende des Staatsamtes für Kernsicherheit, konstatierte, daß die Turbinen einigemal im Jahr in vielen Kraftwerken ausfallen und daß es sich um den nicht atomären Kreislauf des Kraftwerkes handelt, also ohne Einfluß auf die Kernsicherheit.

    Laut Informationen aus dem deutschen Ökoinstitut kommt es zu Ausfällen der Turbinen bei deutschen Kraftwerken nur selten, höchstens einmal im Jahr pro eine Einrichtung. Die Anzahl der Störungen ist jedoch im Atomkraftwerk Temelin laut den Angestellten vom Ökoinstitut auffallend.

    “Der Druck darauf, daß das Kraftwerk verschleunigt den Strom wieder herstellt, führte evident zu einer nicht standarden Lösung – zur Anschliessung der Turbine und zur Untersuchung der Störung während des Betriebes. Das gefährdete diesesmal zwar nicht die Atomsicherheit, aber es ist ein Präzedens, das sich bei der Beseitigung der Störungen in keinem Fall wiederholen sollte" sagt Sprecherin der Südböhmischen Mütter Dana Kuchtova.

    Mehrere Informationen:
    Mgr. Dana Kuchtova, Südbögmische Mütter, Tel: +420 602-152 023, +420 38 – 74 270 91
    Ing. Edvard Sequens, Vereinigung Calla, Tel: +420 602-282 399, +420 38 - 73 101 66



    Übersetzung: BIU und Südböhmische Mütter

    Publiziert am: 20.06.2002 In Rubrik: Presseaussendung
    Autor: J?M Diskussion: Kein Beitrag Einsicht für Drucken
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