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    Halblösung im AKW Temelin?

    Die Regierung soll sich morgen auf einer ausserordentlichen Sitzung mit einer Kompromissvariante des Dokuments vom Kernkraftwerk Temelin befassen, über die die Parlamentäre aus dem aussenpolitischen Ausschuss des österreichischen Parlaments und tschechische Politiker übereingekommen sind. Das Kompromissdokument soll zur Grundlage eines Abschlusses des Melk-Prozesses, zum Abschluss des Energiekapitels werden, und dadurch zur Lösung der ganzen Problematik betreffs Temelin.  Der Inhalt der Kompromissvariante ist streng vertraulich, aus den Äusserungen der Politiker und SUJB-Direktorin kann man einen plötzlichen Wandel in der Haltung der tschechischen Seite deduzieren - von dem grundsätzlich ablehnenden Einstellung zur Lösung beider grössten Probleme in Temelin (Hochdruckleitung und Ventile des Dampfgenerators) zur Gegeneinstellung. Von der österreichischen Seite sind ein Zugeständnis in Form der Akzeptation der allmählichen Lösung von obenerwähnten Problemen (keine Lösung vor der Aufnahme des kommerziellen Betriebes) und ein vorläufiger Abschluss des Kapitels Energie zu erwarten.  "Wenn die tschechische und österreichische Regierung über obengenannten Kompromiss einig werden, wird es eine der schlechtesten Lösungen der Temelin-Frage sein. Zur Erhöhung der Kernsicherheit trägt sie nur teilweise bei - weitere technische Probleme, die z. B. der Bericht von Experten im Rahmen des Melk-Prozesses definiert hat, bleiben wahrscheinlich ungelöst, weil es sich um zeitaufwendige Lösungen handelt (z. B. Untersuchung der Sicherheitsreserve gegenüber dem Versagen des Reaktorbehälters, durch Wärmeschock hervorgerufen)", sagt Dana Kuchtova.  Die Beseitigung von zwei wichtigsten Sicherheitsmängeln wird auch eine weitere wesentliche Budgeterhöhung des AKWs Temelin heissen, das schon jetzt überschritten ist. Vor allem würde jedoch eine tatsächliche Lösung dieser zwei Probleme eine Verzörgerung der Inbetriebnahme Temelins und z. B. einen Umbau des Maschinenraumes bedeuten, wie schon früher von Dana Drabova u. a. in der Presse angeführt wurde, d. h. also eine wiederholte Verlängerung der Vollendung von Temelin. Auf die Einstellung der Inbetriebnahme will die tschechische Regierung jedoch nicht eingehen, weil es verschlechterte Bedingungen für die Privatisierung von CEZ bedeuten würde.  Falls die österreichische und tschechische Regierung auf die Beseitigung lediglich zwei schwerwiegender Probleme, und zwar in längerem zeitlichem Horizont und ohne Einstellung der Inbetriebnahme von Temelin eingehen, bedeutet es, dass es um keine sachliche Lösung geht. Beide Regierungen würden dann nur dem politischen Druck aus der EU und in ihren Ländern - in Tschechien der Vision einer erfolgreichen Privatisierung und in Österreich dem Druck der bevorstehenden Volksabstimmung über Veto entgegenkommen (nach dem Referendum wird sich wahrscheinlich in Österreich niemand leisten, den vorläufigen Abschluss des Kapitels Energie vorzuschlagen).  Die tatsächliche Erhöhung des Sicherheitsstandardes im AKW Temelin wäre sowohl zeitlich, als auch finanziell viel mehr aufwendig. Südböhmische Mütter warnen vor dieser Halblösung der Lage im Kernkraftwerk Temelin. Mgr. Dana Kuchtova DI Monika Wittingerova  Diesen Pressebericht geben Südböhmische Mütter gemeinsam mit Bürgerinitiative für die Umwelt ?eské Budejovice aus.

    Publiziert am: 27.11.2001 In Rubrik: Presseaussendung
    Autor: J?M Diskussion: Kein Beitrag Einsicht für Drucken
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