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    16.6.2006 Temelin: Mängel in der Sicherheit

    16.6.2006 MF DNES Region - Seite 1 A.Pelisek
    Temelin: Mängel in der Sicherheit

    Temelin - Die Schutzmäntel der Temeliner Reaktoren sind nicht so dicht, wie sich der Betreiber des Kraftwerkes, die Firma CEZ, vorstellt. Der hat zum erstenmal die Möglichkeit der Freisetzung von Radioaktivität aus diesen Anlagen im Havariefall zugegeben.
    Dafür kann ein Fehler im Projekt, das ausgebessert werden muss. Das Staatsamt für Kernsicherheit und die Gesellschaft CEZ behaupten trotzdem, dass die Werte der eventuellen Freisetzung der Strahlung gering sind.
    Den Sicherheitsbericht, der auf die Mängel aufmerksam macht, veröffentlichten die südböhmischen ökologischen Organisationen. In diesem Bericht schreibt man, dass einige Rohrleitungen, die aus dem Reaktorschutzmantel führen, keinen automatischen Verschluß haben, was im Widerspruch mit den Vorschriften ist. Sie müssen jetzt manual geschlossen werden, was im Falle eines Störfalles oder eine Reaktorhavarie ein großes Risiko mitträgt. Somit kann die Radioaktivität freigesetzt werden.
    Auf die Information reagierten die Österreicher und der Beauftragte für die Atomanlagen Radko Pavlovec.
    "Bis jetzt handelt es sich um den schwerwiegendsten Störfall, da es sich direkt um die aktive Reaktorzone handelt," sagte Pavlovec. Die Vorsitzende des Staatsamtes für Kernsicherheit Dana Drabova, die gestern Temelin besuchte, gab zu, dass einige Betriebsbedingungen verletzt wurden. Sie ist aber mit dem Vorschlag des Betreibers auf seine vorläufige und Endlösung zufrieden, das bedeutet mit der Ausrüstung der Armaturen mit automatischen Verschlüssen.
    Der Sprecher des Kraftwerkes Milan Nebesar deutete gestern an, dass die Nachbesserung bis zum jahr 2008 kommen könnte. Laut Drabova ist es aber eine viel zu lange Zeit. Sie ergänzte, dassd die Öffentlichkeit die Probleme in Temelin als eine potentionelle Katastrophe wahrnimmt, was Emotionen, aber auch einen druck auf den Betreiber des Kraftwerkes, ausruft. Wachhunde sind auch die NGOs, die mit der Position des Staatsamtes für Kernsicherheit unzufrieden sind. Sie verlangen eine sofortige Betriebseinstellung in den beiden Temeliner Blöcken.
    /gp/
    /Verkürzung/

    Publiziert am: 19.06.2006 In Rubrik: Presseaussendung
    Autor: J?M Diskussion: Kein Beitrag Einsicht für Drucken
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